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Ernährungsinfos

Fleisch in der Ernährung 

Ich muss Ihnen nichts vormachen. Wenn Sie im Internet den Suchbegriff „Fleisch“ eingeben und sich dann etwas umsehen, kommen Sie automatisch auf diverse Pages und Foren, die das Fleisch in der Ernährung sehr kontrovers darstellen. Ich lasse mich da weder von einschlägig formulierten Begriffen wie: „Fleisch macht krank“, noch von gegenteilig dargestellten Informationen in Verlegenheit bringen.

Weit aussagekräftiger sind dagegen aus meiner Sicht, wie unsere Vorfahren, die prähistorischen Menschen, die in den Höhlen lebten, sich ernährten. Da war Fleisch ein wichtiger Bestandteil auf dem Speiseplan. Die ersten Künstler unter ihnen verliehen mittels Höhlenmalereien ihrer  wichtigsten Nahrungsgrundlage auf beeindruckende und nachhaltige Art und Weise Ausdruck. Eine Tatsache: Unser Körper hat noch genau die gleiche genetische Codierung, wie unsere Vorfahren. 10`000 Jahre sind in der menschlichen Evolution eben ein sehr kurzer Abschnitt. Der Körper ist heute noch genauso darauf angewiesen, dass ihm hochwertige Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Wasser zugeführt werden, wie damals.

Warum wir Fett brauchen!

Fett ist der Aromaträger vieler Lebensmittel. Es ist ein wichtiger Energielieferant, der nicht nur als Betriebsstoff für unsere willkürlichen, körperlichen Aktivitäten dient, sondern auch unwillkürliche und begrenzt beeinflussbare Körpervorgänge wie Herzschlag, Verdauung etc. aufrecht erhält. Fette müssen dem Körper mit der Ernährung zugeführt werden, da er sie nicht selbst herstellen kann.

Sie sind Bestandteil der menschlichen Zelle und Baustein einiger Hormone. Das Fett sorgt dafür, dass die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K vom Verdauungssystem geknackt werden. Wovon Sie bestimmt auch schon gehört haben, sind die Fette mit den unterschiedlichen Sättigungsgraden. Wir kennen gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fette können vom Verdauungstrakt besser resorbiert werden als gesättigte. Der Wurst werden durch den Speck zwar gesättigte Fettsäuren zugeführt, durch den hohen Zerkleinerungsgrad der Wurstmasse werden die Fettmoleküle so stark zerkleinert, dass sie in Verbindung mit den Aminosäuren des Fleisches für den Menschen besser verdaulich werden.

Die zugelassenen Zusatzstoffe / E- Nummern

Zusatzstoffe sind in den letzten Jahren immer mehr in Verruf geraten. Ich bin bestrebt, diese Substanzen aus meinen Produkten fernzuhalten.   Wir kennen in der Schweiz das einfache System der „Positivliste“.  Alles was auf dieser „Liste der zugelassenen Zusatzstoffe“ aufgeführt ist, ist erlaubt, alles was nicht aufgeführt ist nicht erlaubt. Die Positivliste  umfasst über  dreihundert Substanzen, die in folgende Kategorien eingeteilt werden: 

  • 1. Farbstoffe (ab E 100)
  • 2. Konservierungsmittel (ab E 200)
  • 3. Emulgatoren (ab E 400)
  • 4.Verschiedene Zusatzstoffe (ab E 500)
  • 5. Geschmacksverstärker (E 620- E 640)
  • 6. Süssstoffe (ab E 900)
  • 7. Modifizierte Stärken (ab E 1100)

Zusatzstoffe sind in  Fleischverarbeitungsbetrieben eine grosse Hilfe. Sie erlauben eine rationelle Verarbeitung, ermöglichen Umrötung und Farbstabilität, verbessern Konsistenz, verlängern Haltbarkeit, verzeihen auch den einen oder anderen kleinen Fehler im Produktionsablauf und haben noch  weitergehende Eigenschaften, die der Produktesicherheit und der Sensorik dienen.   Es gibt natürliche Alternativen, erfordern aber höchstes Fingerspitzengefühl der Fachleute.

Ich bin der Meinung, dass der menschliche Organismus mit der Verdauung dieser künstlichen Substanzen in Lebensmitteln seine Mühe hat, wenn auch zeitversetzt. Jeder soll selber nach innen horchen und entscheiden, was ihm mehr behagt. Meine Meinung dazu ist einfach, dass sich die Konsumenten nicht bevormunden lassen sollen. Ob sie sich konventionelle Produkte oder eben Lebensmittel mit dem Prädikat „Natur pur“ zuführen, sollen die Menschen selber entscheiden. Ich möchte jene Menschen, die sich für naturnahe Produkte interessieren, mit einem entsprechend ergänzten Sortiment abholen. Natürlich halte ich auch noch herkömmliche Fleischerzeugnisse in meinem Sortiment feil. Ich war als junger Mensch auch jemand, den Bioprodukte kalt liessen. Deswegen kann ich beide Seiten verstehen.

Jodfreies Salz

Die Jod- Frage ist auch ein sehr kontrovers diskutiertes Thema. Dass dem Speisesalz Jod beigemengt wird, um der Kropfbildung vorzubeugen, erachtete ich lange als super Sache und fragte mich ständig, wieso ausgerechnet Bio- Läden, die doch auf gesunde Lebensmittel ausgerichtet sind, jodfreies Meersalz feil halten. Eigentlich ein Widerspruch oder nicht? Oder hält das  jodierte Speisesalz etwa doch nicht, was es verspricht? Nun, beweisen kann ich es natürlich nicht.

Auf jeden Fall verwenden immer mehr Menschen, die sich einmal grundlegend mit dieser Thematik befasst haben, jodfreies Salz. Heute leiden mehr Menschen an Schilddrüsen- Fehlfunktionen als vor der Jodisierung des Kochsalzes in der Schweiz im Jahr 1922.  Das Jod, welches dem Kochsalz beigemengt wird, kann sehr leicht überdosiert werden und die Schilddrüse reagiert mit Über- oder Unterfunktion sehr Empfindlich auf eine zu hohe Zufuhr. So wird mehr Schaden, als Nutzen angerichtet. Klar, dass die Kropfbildung zurückgegangen ist aber diese Massnahme schiesst übers Ziel hinaus. Für mich Grund genug, um jodfreies Salz zu verwenden. Das Jodieren vom Salz hat für mich in einer gewissen Weise ebenfalls mit Bevormundung (Zwangsmedikation) der Bevölkerung zu tun. Meine Meinung hierzu wie immer: Der Mensch soll selber frei entscheiden!

3 Gedanken zu „Ernährungsinfos“

  1. Die Website ist sehr interessant und aufschlussreich. Man spürt richtig die Freude am Beruf. Bis jetzt hat mich alles überzeugt, was ich gekauft habe. Und ich bin sehr kritisch, bin ich doch als Tochter eines Metzgers aufgewachsen.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team viel Erfolg in unserer Gemeinde und weit darüber hinaus.

  2. Wie gerne würde ich eine Metzgerei mit diesen Produkten und diesem Hintergrund in der Nähe haben! Da aber knapp 100 Kilometer zwischen uns liegen, kann ich den wöchentlichen Einkauf nicht in der Büchler-Metzg machen. Bestimmt komme ich gelegentlich einmal vorbei – das sieht alles so gut und edel aus.

  3. Lieber Remo,

    ist toll geworden, Deine Webseite. Aber was ich noch beeindruckender finde ist die Art und Weise wie Du Deine Metzgerei führst und wie Deine Einstellung zu den Tieren ist. Mehr von solchen „Überzeugungstätern“ und wir hätten mehr Tierwohl, weniger Fleischkonsum und bessere Verdienstmöglichkeiten für die Landwirte. Ich wünsch Dir und Deiner Idee eine Metzgerei zu führen ganz viel Erfolg und viele Kunden, damit Dir andere Deines Faches nachfolgen.

    Viele Grüße aus Bayern

    Dein Freund Hannes Schleeh

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